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Dachfenster: Wohnqualität ohne Umweg
Patrick Gobeli, 29. Oktober 2026
Viele Dachgeschosse im Kanton Bern bieten Potenzial für helle, gut nutzbare Wohnräume. Oft bleibt dieses Potenzial ungenutzt, weil Tageslicht fehlt oder Bewilligungsverfahren den Ausbau erschweren. Ab 2027 sollen gelockerte Regeln den Einbau erleichtern und Eigentümerinnen und Eigentümern mehr Möglichkeiten eröffnen.
Dachfenster im Kanton Bern: Erleichterte Regeln ab 2027
Im Kanton Bern werden die Vorschriften für Dachfenster gelockert. Der Vorstoss zur Liberalisierung der Bewilligung von Dachflächenfenstern wurde aufgenommen und im Rahmen der Änderung des Baubewilligungsdekrets weitergeführt. Die neuen Bestimmungen sollen ab 2027 in Kraft treten.
Künftig dürfen in der Bauzone pro Hauptdachfläche zwei Dachflächenfenster mit einer Fläche von je bis zu 1,5 m² baubewilligungsfrei erstellt werden. Bisher waren in der Regel nur zwei Fenster pro Dachfläche mit je höchstens 0,8 m² ohne Baubewilligung möglich. Viele marktübliche Fensterformate benötigten deshalb bisher ein Bewilligungsverfahren, auch wenn sie das Ortsbild kaum beeinflussten.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer entstehen dadurch mehr Möglichkeiten. Bestehende Dachräume können einfacher mit mehr Tageslicht, besserer Belüftung und höherer Wohnqualität aufgewertet werden. Gleichzeitig sinken bei vielen Standardprojekten der administrative Aufwand, die Kosten und die Wartezeiten.
Die Erleichterung gilt jedoch nicht unbegrenzt. Vorgaben zu Ortsbildschutz, Denkmalschutz, Brandschutz, Statik und Energie bleiben weiterhin relevant. Bei geschützten Gebäuden, sensiblen Ortsbildern, grösseren baulichen Eingriffen oder Umnutzungen kann weiterhin eine Baubewilligung nötig sein.
Einfach gesagt: Ab 2027 sollen handelsübliche Dachfenster im Kanton Bern einfacher realisiert werden können, ohne dass der Schutz wichtiger baulicher und gestalterischer Vorgaben aufgehoben wird.
Mehr Wohnqualität unter dem Dach dank gut geplanten Dachfenstern
Tageslicht, Ausblick und Frischluft sind entscheidende Faktoren für eine gute Wohnqualität. Studien, etwa im Umfeld der Norm SN EN 17037 «Tageslicht in Gebäuden», zeigen, dass natürliches Licht Konzentration, Schlaf-Wach-Rhythmus und allgemeines Wohlbefinden messbar verbessert (eTrends).
Hersteller wie VELUX belegen in Simulationen, dass zwei nebeneinander eingebaute Dachfenster mehr als doppelt so viel Tageslicht und rund 2,5 mal mehr Ausblick ermöglichen als ein einzelnes Fenster gleicher Grösse. Bei dickeren Dächern mit stärkerer Dämmung liefert ein einzelnes Dachfenster bis zu 48 % weniger Tageslicht. Kombinationen werden damit zum neuen Standard.
Gerade im Dachgeschoss wird der Raum dadurch oft erst richtig nutzbar: Ein Kinderzimmer, das bislang nur tagsüber mit Kunstlicht funktioniert, wird zu einem hellen Lern- und Spielraum. Ein bisher dunkler Arbeitsbereich gewinnt an Ausblick und Aufenthaltsqualität, ohne zusätzlich beheizte Fläche zu schaffen.
So begleiten wir Ihr Dachfenster-Projekt Schritt für Schritt
Eine Fachperson betrachtet Dachfenster nicht als Einzelprodukt, sondern als Teil der gesamten Gebäudehülle. Gemeinsam wird geprüft, welche Räume sich für mehr Tageslicht eignen, welche Fenstergrössen sinnvoll sind und ob im Kanton Bern eine Bewilligung erforderlich ist.
Vor Ort werden Dachneigung, Sparrenlage und bestehende Nutzung erfasst. Daraus entsteht ein konkreter Vorschlag, von der passenden Dachfensterlösung über Sonnen- und Hitzeschutz bis zur Abstimmung mit Spenglerarbeiten und Gebäudehülle. Falls nötig, kann auch die Vorbereitung der Baugesuchsunterlagen unterstützt werden.
Praktischer Vorteil im Alltag: weniger Hürden in der Planung und spürbar mehr Wohnqualität unter dem Dach.
Bildquellen: VELUX und Bauimpuls
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